Ratgeber

Mindestlohn 2026 in der Gastronomie: 13,90 € sauber in die Kalkulation einbauen

Ab 1. Januar 2026 steigt der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland auf 13,90 € (2027: 14,60 €). So rechnen Gastronomiebetriebe die Mehrkosten praxisnah in Preise und Dienstpläne ein.

Aktualisiert 13. Feb. 2026
Mindestlohn 2026 GastronomiePersonalkosten RestaurantLohnkosten KalkulationDEHOGA MindestlohnGastronomie PreiserhöhungMinijob Gastronomie 2026
Auf dieser Seite

Mindestlohn 2026 in der Gastronomie: 13,90 € sauber in die Kalkulation einbauen

Seit dem 1. Januar 2026 liegt der gesetzliche Mindestlohn bei 13,90 € je Stunde. Zum 1. Januar 2027 steigt er auf 14,60 €.

Für Gastronomiebetriebe ist das kein reines Personalthema. Die Wirkung landet direkt in Dienstplan, Deckungsbeitrag und Verkaufspreis. Wer nur den Stundensatz kennt, aber keine saubere Übersetzung in die Kalkulation macht, verliert Marge oft schleichend.

Quick Summary

  • Gesetzlicher Mindestlohn: 13,90 € ab 01.01.2026, 14,60 € ab 01.01.2027.
  • Reiner Lohnanstieg 2026 gegenüber 2025: +1,08 € pro Stunde.
  • Minijob-Grenze: 603 € ab 2026, 633 € ab 2027.
  • Praxistauglich ist die Kombination aus Preissteuerung, Schichtdisziplin und Wareneinsatz-Controlling.

1) Offizielle Eckwerte für 2026 und 2027

Gültig abGesetzlicher Mindestlohn
01.01.202512,82 €
01.01.202613,90 €
01.01.202714,60 €

Der Anstieg von 2025 auf 2026 liegt bei:

(13,90 - 12,82) / 12,82 = 8,4 %

2) Was +1,08 € pro Stunde im Betrieb auslöst

Die erste Rechengröße ist immer gleich:

Mehrkosten pro Stunde = 13,90 - 12,82 = 1,08 €

Beispiel mit 170 Stunden pro Monat je Vollzeitkraft:

KennzahlRechnungErgebnis
Lohnmehrkosten pro Monat je VZK1,08 × 170183,60 €
Lohnmehrkosten pro Jahr je VZK183,60 × 122.203,20 €
Bei 5 VZK im Mindestlohnbereich2.203,20 × 511.016,00 €

Das ist nur der Bruttolohn-Effekt. Arbeitgebernebenkosten, Umlagen und Ausfallzeiten kommen zusätzlich dazu.

3) Minijob sauber mitplanen

JahrVerdienstgrenze/MonatStunden bei Mindestlohn (ca.)
2025556 €43,4 h bei 12,82 €
2026603 €43,4 h bei 13,90 €
2027633 €43,4 h bei 14,60 €

Die rechnerische Stundenzahl bleibt nahezu stabil. In der Praxis ist deshalb die Wochensteuerung entscheidend, nicht erst die Monatskorrektur.

4) Preiswirkung praxisnah ableiten

Eine belastbare Näherung für den ersten Preisimpuls:

notwendiger Preisimpuls (%) = Personalkostenanteil am Umsatz × Lohnanstieg (%)

Beispiel:

  • Personalkostenanteil: 35 %
  • Lohnanstieg: 8,4 %
0,35 × 8,4 % = 2,94 %

Das ist ein Startwert für die Kalkulation, kein Automatismus für jede Position. Feinsteuerung erfolgt über Deckungsbeitrag pro Gericht und Nachfrage je Zeitfenster.

5) Regional umsetzen: Innenstadt vs. Wohngebiet

SituationTypische SchieflageWas zuerst wirkt
Innenstadtbetrieb (Lunch-Peak, z. B. Berlin/Hamburg)Hohe Personaldichte in kurzer Zeit, Leerlauf nach PeakPeak-Schichten enger takten, Prep klar vorziehen, Top-Seller gezielt nachkalkulieren
Wohngebietsbetrieb (abendlastig, z. B. Ruhrgebiet/Mittelstadt)Zu breite Grundbesetzung an schwachen TagenWochenrhythmus auf Nachfrage ausrichten, Minijob-Stunden vorziehen statt Überstunden

So bleibt die Preisanpassung nachvollziehbar und wirkt weniger wie ein pauschaler Aufschlag.

Diese Woche umsetzen

  • Mitarbeitende im Mindestlohnbereich und deren Ist-Stunden der letzten 4 Wochen erfassen.
  • Mehrkosten je Woche und Monat mit realen Schichtdaten rechnen.
  • Minijob-Stunden gegen die 603-€-Grenze spiegeln.
  • Für die 20 umsatzstärksten Positionen Ziel-Deckungsbeitrag neu rechnen.
  • Preisänderungen kanalgleich ausrollen (Kasse, Karte, Lieferplattform, Website).

Quellen (Stand: 13.02.2026)

Wenn Sie Lohnkosten und Rezeptkalkulation gemeinsam steuern wollen, hilft KitchenCost beim monatlichen Nachkalkulieren von Deckungsbeiträgen und Preisvarianten.

Häufig gestellte Fragen

Wie hoch ist der Mindestlohn in der Gastronomie 2026?

Ab dem 1. Januar 2026 gilt in Deutschland ein gesetzlicher Mindestlohn von 13,90 € brutto pro Stunde. Ab dem 1. Januar 2027 steigt er auf 14,60 €.

Was kostet der neue Mindestlohn einen Gastronomiebetrieb tatsächlich?

Der reine Lohnanstieg beträgt 1,08 € pro Stunde (13,90 € minus 12,82 €). Bei 170 Stunden pro Monat sind das rund 184 € mehr je Vollzeitkraft. Mit Arbeitgebernebenkosten liegt die Belastung je nach Betrieb deutlich höher.

Um wie viel muss ich meine Preise wegen des Mindestlohns erhöhen?

Das hängt vom Personalkostenanteil ab. Wenn Löhne etwa 35 % Ihres Umsatzes ausmachen und die Lohnkosten um rund 8 % steigen, liegt der notwendige Preisimpuls häufig bei etwa 2,5 bis 3,5 %.

Wie viel dürfen Minijobber ab 2026 verdienen?

Die Minijob-Verdienstgrenze steigt auf 603 € monatlich ab 2026 und auf 633 € ab 2027. Bei 13,90 € Mindestlohn sind damit rechnerisch rund 43 Stunden pro Monat möglich.

Jetzt kostenlos Rezeptkosten berechnen

Zutatenpreise eingeben und sofort Rezeptkosten, Marge und Verkaufspreis erhalten.