Ratgeber

Food Truck Kalkulation: Was Ihr Essen 2026 wirklich kosten muss

Praxisnahe Food-Truck-Kalkulation fuer Deutschland: Fixkosten, Portionskosten, Mindestverkaufspreis und Break-even mit realistischem Rechenbeispiel.

Aktualisiert 12. Feb. 2026
Food TruckKalkulationGastronomieExistenzgruendungPreiskalkulation
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Kurzfazit

  • Ein Food Truck braucht eine Portionskalkulation mit Fixkostenanteil, nicht nur “Wareneinsatz mal Faktor”.
  • Seit 1. Januar 2026 gilt ein gesetzlicher Mindestlohn von 13,90 EUR je Stunde. Das wirkt direkt auf Ihre Preisunterkante.
  • Mit einer monatlichen Nachkalkulation vermeiden Sie die typische Falle: gute Auslastung, aber zu wenig Deckungsbeitrag.

Viele Food-Truck-Betreiber kalkulieren sauber beim Einkauf, verlieren aber Marge bei den Betriebskosten. Standplatz, Verpackung, Kartengebuehren und wetterbedingte Ausfalltage werden oft zu spaet eingerechnet.

Dieser Leitfaden zeigt Ihnen eine einfache Struktur, mit der Sie Ihren realen Mindestpreis pro Portion berechnen.

Warum Sie 2026 enger kalkulieren sollten

Das Bundesministerium fuer Arbeit und Soziales nennt fuer 2026 den neuen gesetzlichen Mindestlohn von 13,90 EUR. Parallel meldete Destatis fuer 2025 eine durchschnittliche Inflationsrate von 2,2 %.

Fuer Food Trucks bedeutet das: Personal- und Einkaufskosten bleiben in Bewegung. Wenn Preise auf der Karte monatelang unveraendert bleiben, rutscht der Deckungsbeitrag oft unbemerkt nach unten.

1) Fixkosten vollstaendig erfassen

Nehmen Sie nur Kosten auf, die auch dann anfallen, wenn ein Tag schlecht laeuft.

KostenartMonatlich (Beispiel)
Standgebuehren1.200 EUR
Fahrzeugrate / Finanzierung950 EUR
Versicherung und Kfz-Steuer290 EUR
Strom, Gas, Generator260 EUR
Software, Kasse, Marketing180 EUR
Wartungsruecklage320 EUR
Unternehmerlohn3.200 EUR
Fixkosten gesamt6.400 EUR

2) Variable Kosten pro Portion erfassen

Variable Kosten wachsen mit jeder Bestellung. Gerade Verpackung und Plattformgebuehren werden im Tagesgeschaeft oft unterschaetzt.

Position pro PortionBetrag
Wareneinsatz2,95 EUR
Verpackung0,55 EUR
Kartengebuehren0,25 EUR
App-/Plattformkosten0,85 EUR
Variable Kosten gesamt4,60 EUR

3) Formeln, die Sie wirklich brauchen

Fixkosten pro Portion = Fixkosten monatlich / verkaufte Portionen pro Monat
Mindestverkaufspreis (netto) = variable Kosten pro Portion + Fixkosten pro Portion
Verkaufspreis mit Gewinnziel (netto) = Mindestverkaufspreis / (1 - Gewinnziel)

Rechenbeispiel: Streetfood-Hauptgericht

Angenommen, Sie verkaufen 1.600 Portionen pro Monat.

Fixkosten pro Portion = 6.400 / 1.600 = 4,00 EUR
Mindestverkaufspreis (netto) = 4,60 + 4,00 = 8,60 EUR

Bei einem Gewinnziel von 12 %:

8,60 / (1 - 0,12) = 9,77 EUR netto
9,77 x 1,19 = 11,63 EUR brutto

Ein Kartenpreis von 11,90 EUR waere in diesem Beispiel die sichere Unterkante. Darunter verkaufen Sie zwar Menge, aber kaum Ergebnis.

Typische Fehler in der Food-Truck-Kalkulation

  1. Unternehmerlohn nicht als echte Kosten einplanen.
  2. Schwaecheren Wettermonat mit einem Spitzenmonat verrechnen.
  3. Verpackung als “Nebenkosten” behandeln statt pro Portion.
  4. Preise nur bei neuen Menues anpassen, nicht bei laufenden Bestsellern.

15-Minuten-Routine pro Monat

  1. Top-10-Einkaufsartikel aktualisieren.
  2. Fixkostenliste mit Kontoauszug gegenpruefen.
  3. Fixkosten pro Portion neu berechnen.
  4. Drei Bestseller auf Mindestverkaufspreis und Deckungsbeitrag pruefen.
  5. Preise oder Portionsgroessen sofort nachziehen.

Verwandte Leitfaeden

Offizielle Quellen

Diese Woche umsetzen

  1. Fixkostenliste fuer die letzten 30 Tage finalisieren.
  2. Verpackung und Zahlungsgebuehren pro Portion sauber mitschreiben.
  3. Mindestverkaufspreis fuer Ihre drei meistverkauften Gerichte berechnen.
  4. Zwei Preise anpassen, statt auf die naechste Quartalsrunde zu warten.

Häufig gestellte Fragen

Wie kalkuliere ich den richtigen Preis fuer meinen Food Truck?

Erst variable Kosten pro Portion erfassen (Wareneinsatz, Verpackung, Zahlungsgebuehren, Plattformkosten), dann Fixkosten pro Portion addieren. Der Verkaufspreis muss diese Summe plus Gewinnziel decken.

Mit welchem Wareneinsatz kann ich bei Food Trucks planen?

Viele Konzepte landen zwischen 25 % und 35 %. Entscheidend ist aber die Kombination aus Wareneinsatz, Standgebuehren und Personalkosten, nicht nur ein einzelner Prozentwert.

Wie oft sollte ich die Kalkulation anpassen?

Mindestens monatlich und zusaetzlich bei starken Aenderungen bei Standgebuehren, Lohnkosten oder den Top-10-Einkaufsartikeln.

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