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Prime Cost berechnen: Die wichtigste Kennzahl in der Gastronomie verstehen und optimieren

Prime Cost in der Gastronomie berechnen — Formel, Richtwerte nach Betriebsart, Optimierungsstrategien. Mit Praxisbeispielen und monatlicher Vergleichsrechnung.

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Prime Cost berechnen: Die wichtigste Kennzahl in der Gastronomie verstehen und optimieren

Ihr Steuerberater sagt: „Die Wareneinsatzquote liegt bei 29 %. Das ist gut.” Ihr Unternehmensberater sagt: „Die Personalkosten sind bei 34 %. Das ist okay.” Beides klingt beruhigend. Aber addieren Sie die Zahlen: 29 + 34 = 63 %. Und plötzlich ist nichts mehr okay.

63 % Prime Cost bedeutet: Von jedem Euro, den ein Gast bezahlt, gehen 63 Cent direkt für Ware und Personal drauf. Bleiben 37 Cent. Davon müssen Sie Miete zahlen, Strom, Versicherungen, Abschreibungen, Ihren Steuerberater, Ihre Kassensoftware — und am Ende soll noch etwas für Sie übrig bleiben.

Die Prime Cost ist die Kennzahl, die Wareneinsatz und Personalkosten zusammenbringt. Wer nur eines von beiden betrachtet, übersieht das Zusammenspiel. Und genau da liegen die meisten Probleme.

In unserem Controlling-Guide haben wir die Prime Cost als eine von acht Kennzahlen vorgestellt. Dieser Guide geht tiefer: Wie Sie die Prime Cost korrekt berechnen, was die Richtwerte für Ihre Betriebsart sind, und mit welchen Stellschrauben Sie sie verbessern — ohne Qualität zu verlieren.

Die Formel — richtig angewendet

Die Grundformel ist einfach:

Prime Cost = (Wareneinsatz + Personalkosten) ÷ Nettoumsatz × 100

Einfach — aber drei Fehler passieren regelmäßig:

Fehler 1: Wareneinsatz ≠ Einkauf

BegriffWas es istBeispiel
EinkaufWas Sie diesen Monat bestellt haben12.500 €
WareneinsatzWas Sie diesen Monat tatsächlich verbraucht haben10.800 €

Die korrekte Formel für den Wareneinsatz:

Wareneinsatz = Anfangsbestand + Zukäufe − Endbestand

Wenn Sie am Monatsanfang Ware für 3.000 € im Lager haben, im Laufe des Monats 12.500 € einkaufen, und am Monatsende noch 4.700 € im Lager liegen: Ihr Wareneinsatz ist 3.000 + 12.500 − 4.700 = 10.800 € — nicht 12.500 €.

Wer den Einkauf statt den Wareneinsatz nimmt, verfälscht die Prime Cost um 2–5 Prozentpunkte. Das ist der Unterschied zwischen „gesund” und „kritisch”.

→ Deshalb ist eine monatliche Inventur keine Fleißarbeit, sondern die Grundlage Ihrer wichtigsten Kennzahl.

Fehler 2: Personalkosten = mehr als Bruttolöhne

PostenIm Bruttolohn enthalten?In der Prime Cost?
Bruttolohn
Arbeitgeber-Sozialversicherung (~20 %)
BG-Beitrag (Berufsgenossenschaft)
Urlaubsrückstellungen
Lohnfortzahlung im Krankheitsfall
Aushilfen / Leiharbeit
Unternehmerlohn (wenn Sie mitarbeiten)⚠️ Sollte rein

Häufiger Fehler: Gastronomen rechnen nur die Bruttolöhne. Die tatsächlichen Personalkosten liegen 25–30 % darüber. Bei einem Team mit 8.000 € Bruttolöhnen sind die echten Personalkosten eher 10.000–10.400 €.

→ Mehr zu Personalkosten in der Gastronomie

Fehler 3: Bruttoumsatz statt Nettoumsatz

Die Prime Cost wird immer auf den Nettoumsatz berechnet — also nach Abzug der Umsatzsteuer.

PostenBruttoMwStNetto
Speisen-Umsatz35.000 €7 % = 2.290 €32.710 €
Getränke-Umsatz15.000 €19 % = 2.395 €12.605 €
Gesamt50.000 €4.685 €45.315 €

Prime Cost auf Bruttoumsatz berechnet: 24.000 / 50.000 = 48 % → sieht super aus. Prime Cost auf Nettoumsatz berechnet: 24.000 / 45.315 = 53 % → sieht anders aus.

Die Differenz beträgt 5 Prozentpunkte. Wer brutto rechnet, belügt sich selbst.

→ Mehr zur Mehrwertsteuer in der Gastronomie

Richtwerte nach Betriebsart

Nicht jeder Betrieb funktioniert gleich. Ein Imbiss hat andere Kostenstrukturen als ein Sterne-Restaurant. Die Zusammensetzung der Prime Cost unterscheidet sich — aber die Summe hat überall die gleiche Aussagekraft.

BetriebsartWEQ (Ziel)Personalkosten (Ziel)Prime Cost (Ziel)Prime Cost (Alarm)
Imbiss / Quick Service30–38 %18–25 %50–58 %>60 %
Café / Bäckerei22–28 %28–34 %52–60 %>62 %
Restaurant (à la carte)25–32 %30–36 %58–65 %>67 %
Catering35–42 %20–28 %55–65 %>67 %
Bar / Cocktailbar18–24 %28–34 %48–56 %>58 %
Gehobene Gastronomie30–38 %35–42 %60–68 %>70 %
Food Truck28–35 %15–22 %45–55 %>58 %
Biergarten (saisonal)24–30 %28–35 %54–62 %>65 %

Das Kommunizierende-Röhren-Prinzip: WEQ und Personalkosten verhalten sich oft gegenläufig.

  • Mehr Convenience-Produkte = höherer Wareneinsatz, aber weniger Küchenarbeit → niedrigere Personalkosten
  • Mehr Eigenproduktion = niedrigerer Wareneinsatz, aber mehr Arbeitszeit → höhere Personalkosten
  • Self-Service (Imbiss, Food Truck) = weniger Servicepersonal → niedrigere Personalkosten

Der Trick ist nicht, einen der beiden Werte zu minimieren, sondern die Summe im Zielkorridor zu halten.

Praxisbeispiel: Drei Betriebe im Vergleich

Imbiss „Döner & Co.” — 25 Plätze, Selbstbedienung

KennzahlBetrag% vom Nettoumsatz
Nettoumsatz/Monat28.000 €100 %
Wareneinsatz9.800 €35 %
Personalkosten (2 Vollzeit + Aushilfen)5.600 €20 %
Prime Cost15.400 €55 %
Verbleibt für Miete, Nebenkosten, Gewinn12.600 €45 %

Bewertung: 🟢 Gesund. Die niedrigen Personalkosten (Selbstbedienung, kleine Karte, wenig Mise en Place) kompensieren den höheren Wareneinsatz.

Restaurant „Zum Marktplatz” — 60 Plätze, à la carte

KennzahlBetrag% vom Nettoumsatz
Nettoumsatz/Monat42.000 €100 %
Wareneinsatz11.760 €28 %
Personalkosten (8 MA, Küche + Service)14.280 €34 %
Prime Cost26.040 €62 %
Verbleibt für Miete, Nebenkosten, Gewinn15.960 €38 %

Bewertung: 🟡 An der Grenze. Bei 62 % bleibt wenig Spielraum. Wenn die Pacht 3.500 € beträgt und Energie + Nebenkosten 2.500 €, bleiben vor Steuern rund 5.000 € — das geht, aber jede Verschlechterung wird sofort spürbar.

Café „Bohne & Krume” — 40 Plätze, Frühstück/Kuchen

KennzahlBetrag% vom Nettoumsatz
Nettoumsatz/Monat22.000 €100 %
Wareneinsatz5.280 €24 %
Personalkosten (4 MA, Theke + Küche)7.040 €32 %
Prime Cost12.320 €56 %
Verbleibt für Miete, Nebenkosten, Gewinn9.680 €44 %

Bewertung: 🟢 Gut. Cafés profitieren von günstigen Getränke-WEQ (Kaffee: WEQ 10–15 %) und mittlerem Personalaufwand. Die 44 % Restmarge ist komfortabel.

Die Prime Cost optimieren — drei Hebel

Hebel 1: Wareneinsatz senken (ohne billigeren Einkauf)

Billigere Zutaten sind fast nie die Lösung — sie senken die Qualität und kosten Gäste. Die wahren WEQ-Treiber sind andere:

MaßnahmeTypische WirkungAufwand
Schwund reduzieren (Verderb, Überproduktion)−1–3 Prozentpunkte WEQMittel
Portionskontrolle (wiegen statt schätzen)−0,5–1,5 ProzentpunkteGering
Rezeptkalkulation für jedes Gericht−0,5–2 ProzentpunkteEinmalig mittel
Speisekarte straffen (weniger Gerichte = weniger Lager)−0,5–1 ProzentpunktGering
Lieferanten vergleichen (nicht billigster, sondern bester Preis-Leistung)−0,5–1,5 ProzentpunkteMittel
Saisonale Zutaten nutzen (wenn günstiger)−0,5–1 ProzentpunktGering

Rechenbeispiel: 1 Prozentpunkt WEQ bei 40.000 € Nettoumsatz = 400 €/Monat = 4.800 €/Jahr.

Hebel 2: Personaleffizienz steigern (ohne Mitarbeiter zu verlieren)

MaßnahmeTypische WirkungAufwand
Dienstplan an Tages-Auslastung anpassen−0,5–2 ProzentpunkteMittel
Cross-Training (Koch kann Service, Service kann Theke)−0,5–1 ProzentpunktMittel
Mise en Place optimieren (Vorbereitung reduziert Kernzeit)−0,5–1 ProzentpunktGering
Schwache Tage/Schichten streichen oder kürzen−1–2 ProzentpunkteGering
Aushilfen statt Vollzeit für Spitzenzeiten−0,5–1 ProzentpunktMittel

Der Mindestlohn steigt — und damit automatisch Ihre Personalkostenquote, wenn Sie die Preise nicht parallel anpassen. Seit 2024 liegt der Mindestlohn bei 12,82 €/Stunde. Jede Erhöhung um 50 Cent kostet einen Betrieb mit 10 Mitarbeitern rund 800 €/Monat mehr.

Hebel 3: Umsatz pro Gast steigern

Der dritte Weg, die Prime Cost zu senken, ist nicht Kosten reduzieren, sondern den Umsatz steigern — bei gleichen Kosten.

MaßnahmeTypische Wirkung auf Prime CostAufwand
Speisekarte optimieren (Renner mit hohem DB hervorheben)−1–2 ProzentpunkteGering
Dessert-/Getränke-Upselling schulen−0,5–1,5 ProzentpunkteGering
Preise erhöhen (5–8 % p.a. bei steigenden Kosten)−1–3 ProzentpunkteGering
Getränkekarte ausbauen (höchste Marge)−0,5–1 ProzentpunktMittel

Warum Umsatzsteigerung so wirksam ist: Ihre Fixkosten (Miete, Gehälter, Versicherungen) bleiben gleich. Jeder zusätzliche Euro Umsatz fließt überproportional in den Gewinn. Ein Gast, der statt 28 € nun 32 € ausgibt, verbessert Ihre Prime Cost — ohne dass Sie an Einkauf oder Personal irgendetwas ändern.

Die einzelne Zahl allein sagt wenig. Der Trend entscheidet.

MonatUmsatz (netto)WEQPersonalPrime CostTrend
Oktober42.000 €28,2 %33,5 %61,7 %
November44.500 €27,8 %33,1 %60,9 %🟢 ↓ besser
Dezember52.000 €30,1 %29,8 %59,9 %🟢 ↓ Weihnachtsgeschäft
Januar33.000 €29,5 %38,2 %67,7 %🔴 ↑ Umsatzeinbruch
Februar35.500 €28,8 %36,6 %65,4 %🟡 ↓ leichte Erholung

Was die Tabelle zeigt:

  • Dezember: Hoher Umsatz drückt die Personalkostenquote — obwohl die absoluten Personalkosten gleich blieben (33.000 × 0,382 ≈ 12.600 vs. 44.500 × 0,331 ≈ 14.700). Die Quote sinkt, weil der Umsatz stärker steigt als die Kosten.
  • Januar: Klassischer Umsatzeinbruch nach Weihnachten. Die Personalkosten in absoluten Zahlen sind vielleicht sogar niedriger — aber durch den Umsatzrückgang explodiert die Quote. Hier hilft nur: Schichten reduzieren, Öffnungszeiten anpassen.
  • Die WEQ bleibt relativ stabil (27–30 %). Das Problem ist fast immer die Personalquote in umsatzschwachen Monaten.

→ Vertiefte Analyse aller Kennzahlen im Controlling-Guide

Die Prime Cost in der BWA finden

Ihr Steuerberater schickt Ihnen monatlich die BWA (Betriebswirtschaftliche Auswertung). Die Prime Cost steht dort nicht als eigene Zeile. Sie müssen sie selbst zusammensetzen.

Wo Sie die Zahlen finden:

BWA-PositionDATEV-Kontenrahmen SKR 03Was drinsteht
WareneinsatzKonto 3000–3999Material-/Wareneinkauf (bereinigt um Bestandsveränderung)
Löhne/GehälterKonto 4100–4199Bruttolöhne
Soziale AbgabenKonto 4100–4199AG-Anteile Sozialversicherung
UmsatzerlöseKonto 8000–8999Nettoumsatz (ohne MwSt)

Die Rechnung:

Wareneinsatz (BWA-Position „Materialaufwand"):    11.200 €
+ Löhne und Gehälter:                            10.800 €
+ Soziale Abgaben und Aufwendungen:                2.700 €
= Prime Cost:                                    24.700 €
÷ Umsatzerlöse (netto):                          40.000 €
= Prime Cost in %:                                61,8 %

Tipp: Bitten Sie Ihren Steuerberater, die Prime Cost als eigene Kennzahl in die BWA aufzunehmen. Die meisten DATEV-Systeme können das mit einer einfachen Einstellung. Dann sehen Sie die Zahl jeden Monat auf einen Blick — und müssen nicht mehr selbst rechnen.

Sonderfälle: Wenn die Standardformel nicht reicht

Sonderfall 1: Inhabergeführte Betriebe ohne Unternehmerlohn

Wenn Sie selbst in der Küche stehen oder im Service arbeiten und sich keinen festen Lohn auszahlen, fehlt Ihre Arbeitszeit in den Personalkosten. Die Prime Cost sieht dann besser aus, als sie ist.

Lösung: Kalkulieren Sie einen fiktiven Unternehmerlohn ein. Richtwert: Was würde ein angestellter Küchenchef oder Betriebsleiter kosten? Typisch: 3.500–5.000 € brutto.

Ohne UnternehmerlohnMit Unternehmerlohn (4.000 €)
Personalkosten10.800 €14.800 €
Prime Cost55 %65 %

Der Unterschied: 10 Prozentpunkte. Das ist der Unterschied zwischen „läuft gut” und „funktioniert nur, weil ich mir nichts zahle”.

Sonderfall 2: Getrennte Prime Cost für Küche und Bar

Manche Betriebe trennen die Prime Cost nach Bereichen — besonders sinnvoll, wenn Küche und Bar sehr unterschiedliche Kostenstrukturen haben.

BereichWEQPersonalPrime Cost
Küche32 %22 %54 %
Bar18 %10 %28 %
Gesamt27 %34 %61 %

Die Bar subventioniert die Küche. Das ist normal und kein Problem — solange Sie es wissen. Wenn der Bar-Umsatz sinkt (z. B. durch ein Getränke-Rauchverbot auf der Terrasse), steigt Ihre Gesamt-Prime-Cost, obwohl in der Küche alles gleich geblieben ist.

→ Mehr zur Getränkekalkulation

Sonderfall 3: Saisonbetriebe

Saisonbetriebe (Biergarten, Eiscafé, Strandbistro) haben dramatische Schwankungen in der monatlichen Prime Cost. Die April-Prime-Cost von 75 % ist nicht aussagekräftig — die Jahres-Prime-Cost schon.

Empfehlung: Berechnen Sie die Prime Cost auf Jahresbasis und vergleichen Sie Jahr gegen Jahr. Monatsvergleiche sind nur innerhalb der Saison sinnvoll.

Was tun, wenn die Prime Cost zu hoch ist?

Schritt 1: Diagnose — Wo liegt das Problem?

SymptomWahrscheinliche UrsacheErste Maßnahme
WEQ steigt, Personal stabilEinkaufspreise ↑, Schwund ↑, Portionen ↑Inventur, Lieferantenrechnungen prüfen
Personal steigt, WEQ stabilÜberstunden, Krankenstand, MindestlohnDienstplan analysieren, Schichten kürzen
Beide steigenUmsatz sinkt (Nenner wird kleiner)Marketing, Speisekarte prüfen, Preise anpassen
Prime Cost gut, aber kein GewinnFixkosten zu hoch (Miete, Energie)Pacht verhandeln, Effizienz prüfen

Schritt 2: Sofortmaßnahmen (wirken in 2–4 Wochen)

  1. Portionsgrößen in der Küche wiegen — nicht schätzen
  2. Die drei margenschwächsten Gerichte von der Karte nehmen
  3. Öffnungszeiten an schwachen Tagen kürzen
  4. Getränke-Upselling im Service schulen (ein Dessert-Wein oder Espresso pro Gast = +3–5 € Bon)

Schritt 3: Mittelfristige Maßnahmen (wirken in 1–3 Monaten)

  1. Jedes Gericht nachkalkulieren → Wareneinsatz berechnen
  2. Lieferanten vergleichen — nicht wechseln, sondern verhandeln
  3. Speisekarte nach Menu Engineering umbauen
  4. Preise anpassen — 5 % Preiserhöhung bei 30 % WEQ senkt die Prime Cost um 1,5 Prozentpunkte

Die Richtsatzsammlung — und was das Finanzamt erwartet

Das Bundesfinanzministerium veröffentlicht die Richtsatzsammlung mit Durchschnittswerten. Diese Werte nutzt das Finanzamt bei Betriebsprüfungen. Wenn Ihre Zahlen dauerhaft erheblich abweichen, kann das eine Prüfung auslösen.

BrancheRohgewinnaufschlag (Richtsatz)Entspricht ca. WEQ
Speisewirtschaft190–330 %23–34 %
Schankwirtschaft250–400 %20–29 %
Imbissbetrieb150–280 %26–40 %

Die Prime Cost steht nicht in der Richtsatzsammlung — aber der Wareneinsatz (als Rohgewinnaufschlag) schon. Und der ist die Hälfte Ihrer Prime Cost.

Diese Woche noch umsetzen

  • Die letzte BWA nehmen und die Prime Cost ausrechnen: (Wareneinsatz + Löhne + Sozialabgaben) ÷ Nettoumsatz
  • Prüfen, ob Sie den Wareneinsatz korrekt berechnen (mit Inventur) oder nur den Einkauf nehmen
  • Prüfen, ob Ihr Unternehmerlohn in den Personalkosten enthalten ist — wenn nicht, einrechnen
  • Die Prime Cost der letzten 6 Monate nebeneinanderlegen — gibt es einen Trend?
  • Ihren Steuerberater bitten, die Prime Cost als eigene Kennzahl in die BWA aufzunehmen
  • Jedes Gericht einmal durch die Rezeptkalkulation jagen — wissen Sie, was jede Portion wirklich kostet?

Die Prime Cost beginnt bei der Rezeptkalkulation. Wenn Sie wissen, was jedes Gericht kostet, können Sie den Wareneinsatz gezielt steuern — und die Prime Cost in den grünen Bereich bringen. KitchenCost berechnet Ihre Rezeptkosten in Sekunden. Kostenlos im App Store.

Häufig gestellte Fragen

Was ist die Prime Cost in der Gastronomie?

Die Prime Cost ist die Summe aus Wareneinsatz und Personalkosten, ausgedrückt als Prozentsatz vom Nettoumsatz. Sie zeigt, wie viel von jedem eingenommenen Euro direkt für Lebensmittel und Personal ausgegeben wird. Der Zielwert liegt bei 55–60 %. Alles, was nach der Prime Cost übrig bleibt, muss für Miete, Energie, Versicherungen, Abschreibungen und Ihren Gewinn reichen. Eine Prime Cost von 65 % bedeutet: Nur 35 Cent von jedem Euro stehen für alle übrigen Kosten und den Gewinn zur Verfügung — das reicht in den meisten Betrieben nicht.

Wie berechnet man die Prime Cost?

Formel: (Wareneinsatz + Personalkosten) ÷ Nettoumsatz × 100. Wareneinsatz = Anfangsbestand + Zukäufe − Endbestand (nicht die Einkaufssumme!). Personalkosten = Bruttolöhne + Arbeitgeberanteile (Sozialversicherung, BG-Beiträge). Nettoumsatz = Bruttoumsatz minus Umsatzsteuer. Beispiel: Bei 11.000 € Wareneinsatz + 13.000 € Personalkosten bei 40.000 € Nettoumsatz ergibt sich eine Prime Cost von 60 % — das ist die Obergrenze des gesunden Bereichs.

Welche Prime Cost ist in der Gastronomie normal?

Das hängt von der Betriebsart ab: Imbiss/Quick Service: 50–58 % (niedrige Personalkosten, höherer Wareneinsatz). Restaurant à la carte: 58–65 % (höhere Personalkosten durch Service). Café: 52–60 % (günstige Getränke-WEQ, mittlere Personalkosten). Gehobene Gastronomie: 60–68 % (Premium-Zutaten und qualifiziertes Personal). Wichtig: Die einzelnen Bestandteile variieren — ein Imbiss hat vielleicht 35 % WEQ und 18 % Personal, ein Restaurant 28 % WEQ und 34 % Personal. Die Summe zählt.

Wie kann man die Prime Cost senken, ohne die Qualität zu verlieren?

Es gibt drei Hebel: Erstens, Wareneinsatz optimieren — nicht durch billigeren Einkauf, sondern durch weniger Schwund, bessere Portionskontrolle und kluge Rezeptkalkulation. 1 Prozentpunkt weniger WEQ bei 40.000 € Umsatz spart 400 €/Monat. Zweitens, Personaleffizienz steigern — Dienstplanoptimierung nach Auslastung, Cross-Training der Mitarbeiter, Mise en Place verbessern. Drittens, Umsatz pro Gast erhöhen — Speisekarte mit höheren Deckungsbeiträgen optimieren, Upselling schulen. Der effektivste Weg: Alle drei Hebel gleichzeitig um jeweils 1 Prozentpunkt verbessern = 3 Prozentpunkte weniger Prime Cost = 1.200 €/Monat mehr Gewinn.

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