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Mitarbeiter in der Gastronomie finden und halten: Was wirklich funktioniert

Mitarbeitersuche in der Gastronomie — Recruiting-Kosten, Fluktuation senken, Employer Branding und was DACH-Betriebe konkret tun können, um gutes Personal zu halten.

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Mitarbeiter in der Gastronomie finden und halten: Was wirklich funktioniert

Sie suchen seit drei Wochen einen Koch. Die Stellenanzeige auf Ihrer Website hat 40 Aufrufe, aber keine einzige Bewerbung. Die auf Indeed hat 6 Bewerbungen gebracht — davon drei ohne Gastro-Erfahrung, zwei, die nicht zum Probearbeiten erschienen sind, und eine, die nach dem Probearbeitstag abgesagt hat. Am Freitag müssen Sie wieder selbst in die Küche, weil Ihr verbliebener Koch allein nicht durchkommt.

Das ist keine Übertreibung. Das ist der Alltag in tausenden deutschen Gastronomiebetrieben.

Die Zahlen erzählen die Geschichte: Im Gastgewerbe standen im Oktober 2025 rund 19.000 offene Stellen — aber über 97.000 arbeitssuchende gelernte Gastronomen. Die Fachkräfte sind da. Sie wollen nur nicht mehr in die Gastronomie. Oder genauer: nicht mehr unter den Bedingungen, die viele Betriebe bieten. Für Gründer, die gerade eine Existenzgründung in der Gastronomie planen, ist das Personal-Thema oft der größte Stolperstein.

Die wahren Kosten der Fluktuation

Was eine Neubesetzung wirklich kostet

Die meisten Gastronomen rechnen beim Thema Personal nur das Gehalt. Aber die versteckten Kosten einer Kündigung sind erheblich:

KostenpositionServicekraftKochKüchenchef
Stellenanzeige (Indeed, Stepstone, Gastrojobs)300–800 €500–1.500 €1.000–3.000 €
Eigene Zeitaufwand (Bewerbungen sichten, Gespräche)8–15 Stunden12–20 Stunden20–30 Stunden
Probearbeiten (Organisation, Betreuung)4–8 Stunden8–16 Stunden8–16 Stunden
Einarbeitungszeit2–3 Wochen3–6 Wochen4–8 Wochen
Produktivitätsverlust Einarbeitung30–50 %40–60 %30–50 %
Fehlerkosten (Reklamationen, Schwund)200–500 €500–2.000 €300–1.000 €
Mehrarbeit bestehendes TeamÜberstundenkostenÜberstundenkostenÜberstundenkosten
Geschätzte Gesamtkosten4.000–7.000 €8.000–14.000 €12.000–20.000 €

Was Fluktuation mit dem restlichen Team macht

Die Kosten in der Tabelle sind nur die direkten Kosten. Die indirekten sind schlimmer:

  • Kettenreaktion: Wenn ein guter Mitarbeiter geht, überlegen andere auch. In 40 % der Fälle folgt innerhalb von 3 Monaten mindestens eine weitere Kündigung
  • Servicequalität: Neue Mitarbeiter machen mehr Fehler. Stammgäste merken das. Google-Bewertungen sinken
  • Überstunden-Burnout: Das verbleibende Team fängt die Lücke auf — bis es selbst nicht mehr kann
  • Wissensverlust: Jeder Mitarbeiter, der geht, nimmt Wissen mit: Stammgäste-Vorlieben, Abläufe, Lieferantenkontakte

Warum gute Leute gehen — und was Sie dagegen tun können

Die fünf häufigsten Kündigungsgründe

Der DGB und die DEHOGA haben unabhängig voneinander ähnliche Ergebnisse ermittelt:

RangKündigungsgrundAnteilWas Betriebe dagegen tun können
1Unregelmäßige Arbeitszeiten62 %Dienstplan mindestens 2 Wochen im Voraus. Feste freie Tage pro Woche
2Zu niedrige Vergütung55 %Nicht immer Gehaltserhöhung — oft reichen Benefits (s. unten)
3Fehlende Wertschätzung48 %Konkretes Feedback, nicht nur Kritik. „Das Mise en Place war heute top” reicht
4Keine Aufstiegsmöglichkeit41 %Verantwortungsbereiche definieren: Getränkeeinkauf, Azubi-Betreuung, Hygienebeauftragter
5Körperliche Belastung37 %Ergonomie prüfen: Arbeitshöhen, Bodenmatten, Hebehilfen. Kleine Investition, große Wirkung

Der Dienstplan: Das unterschätzte Führungsinstrument

Nichts treibt Mitarbeiter schneller weg als chaotische Arbeitszeiten. Und nichts bindet sie stärker als Verlässlichkeit.

Dienstplan-PraxisWirkung auf Fluktuation
Dienstplan kommt am Donnerstag für die nächste WocheHohe Fluktuation — Mitarbeiter können kein Privatleben planen
Dienstplan kommt 2 Wochen im VorausDeutlich weniger Kündigungen — Planbarkeit ist der häufigste Wunsch
Feste freie Tage (z. B. „Montag und Dienstag immer frei”)Stärkste Bindung. Mitarbeiter richten ihr Leben danach ein
Wunschfrei-System mit Vorlauf (min. 1 Woche)Guter Kompromiss für saisonale Betriebe

Praxistipp: Viele Gastronomen haben Angst, feste freie Tage zuzusagen, weil sie Flexibilität brauchen. Aber: Wenn Sie jemandem verlässlich Montag und Dienstag freihalten, wird er am Samstag viel zuverlässiger erscheinen. Verlässlichkeit erzeugt Verlässlichkeit.

Was Sie bieten können — ohne das Gehalt zu verdoppeln

Vergütung ist nicht nur Bruttolohn

In der Gastronomie liegt das Durchschnittsgehalt einer Servicekraft bei 2.200–2.600 € brutto, eines Kochs bei 2.400–3.000 €. Eine massive Gehaltserhöhung ist für die meisten Betriebe nicht realistisch. Aber es gibt Hebel, die weniger kosten und trotzdem wirken:

MaßnahmeKosten für den BetriebWert für den MitarbeiterSteuerliche Behandlung
Personalessen (ohnehin vorhanden)2–4 €/TagSpart dem Mitarbeiter 150–200 €/MonatSachbezugswert 4,13 €/Mahlzeit (2026)
FahrtkostenzuschussBis 50 €/MonatDirekte ErsparnisSteuerfrei bis 50 €/Monat (Sachbezug)
Trinkgeld-TransparenzKostet nichtsVertrauen. Wer das Trinkgeld fair verteilt, hält MitarbeiterTrinkgeld ist steuerfrei für den Arbeitnehmer
Weiterbildung (IHK, Barista-Kurs, Sommelier)200–1.500 €/JahrKarriereperspektive, MotivationAls Betriebsausgabe absetzbar
Dienstkleidung/Schuhe100–300 €/JahrWertschätzung, ErgonomieAls Betriebsausgabe absetzbar
Kostenlose Getränke im DienstMinimal (5–10 €/Monat)Selbstverständlichkeit, die fehlt, wenn sie fehltSachbezug, bis 50 € frei

Benefits, die in der DACH-Region besonders wirken

BenefitWarum es in DACH funktioniertUmsetzungsbeispiel
Überstundenkonto mit AusgleichDeutsche Arbeitnehmer haben ein starkes Bewusstsein für Arbeitszeit-GerechtigkeitÜberstunden monatlich dokumentieren, quartalsweise abbauen
Betriebliche AltersvorsorgeIn Deutschland gesetzlich gefördert (15 % AG-Zuschuss seit 2022)Schon 25 €/Monat AG-Anteil zeigt Engagement
Feiertags-Zuschläge korrekt abrechnenKlingt selbstverständlich — ist es nicht. Viele Betriebe „vergessen” ZuschlägeSonn-/Feiertagszuschläge sind steuerfrei — nutzen Sie das als Selling Point
Gesundheitsförderung600 €/Jahr steuerfrei möglich (§ 3 Nr. 34 EStG)Fitnessstudio-Zuschuss, Rückenkurs, Massage-Gutschein

Recruiting: Wo Sie suchen sollten — und wo nicht

Kanäle im Vergleich

KanalKostenReichweiteQualität der BewerbungenEmpfehlung
Eigene Website + Social MediaGering (eigene Zeit)Begrenzt, aber zielgenauHoch — Bewerber kennen den Betrieb bereitsImmer. Basis für alles
Indeed / Stepstone300–1.500 €/AnzeigeHochGemischt — viele StreubewerbungenFür Standardpositionen
Gastro-spezifisch (Gronda, Hotelcareer, Gastrojobs)200–800 €/AnzeigeMittlerer, aber branchengenauGut — Bewerber sind aus der BrancheFür Fachpositionen
Instagram / TikTokZeit (kein Mediabudget nötig)Hoch bei junger ZielgruppeGut, wenn authentischFür Service, Azubis, jüngere Köche
Agentur für ArbeitKostenlosRegional gutSehr gemischtAls Ergänzung, nicht als Hauptkanal
Mitarbeiter-EmpfehlungPrämie: 200–500 €Klein, aber hochrelevantSehr hoch — vorqualifiziert durch persönliche BeziehungBeste Kosten-Nutzen-Quote
Personalvermittlung2–3 MonatsgehälterHochHochNur für schwer besetzbare Positionen

Die Stellenanzeige, die funktioniert

Die meisten Gastro-Stellenanzeigen klingen gleich: „Wir suchen zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine/n Koch/Köchin (m/w/d) für unser Team. Wir bieten ein kollegiales Arbeitsumfeld und leistungsgerechte Vergütung.”

Niemand bewirbt sich auf so eine Anzeige. Nicht, weil die Stelle schlecht ist — sondern weil die Anzeige nichts sagt.

Was eine gute Stellenanzeige enthält:

ElementSchlechtBesser
Einstieg„Wir suchen zum nächstmöglichen Zeitpunkt…”„Wir sind ein kleines italienisches Restaurant in Köln-Ehrenfeld mit 45 Plätzen. Abends ist fast immer voll. Montag und Dienstag haben wir zu.”
Was erwartet mich?„Vielseitige Aufgaben in der Küche”„Sie kochen abends 40–60 Essen, à la carte. Frische Pasta machen wir selbst, Desserts auch. Fertigprodukte gibt es bei uns nicht.”
Arbeitszeiten„Flexible Arbeitszeiten”„Mittwoch bis Sonntag, 14–23 Uhr. Montag und Dienstag frei. Kein Teildienst.”
Gehalt„Leistungsgerechte Vergütung”„2.800 € brutto + Trinkgeld (ca. 200–300 €/Monat) + Personalessen”
Team„Kollegiales Arbeitsumfeld”„Küche: 3 Köche + 1 Azubi. Service: 4 Leute. Chef kocht selbst mit.”

Die Mitarbeiter-Empfehlung: Der stärkste Kanal

Empfehlungen durch bestehende Mitarbeiter haben die höchste Erfolgsquote — und die niedrigsten Kosten. Auch Franchise-Systeme setzen zunehmend auf Mitarbeiterempfehlungen, weil klassische Jobbörsen die Gastro-Branche kaum noch erreichen.

AspektDetail
Empfehlungsprämie (Richtwert)200–500 € (nach bestandener Probezeit)
Erfolgsquote (Bewerbung → Einstellung)30–50 % (vs. 5–10 % bei Jobbörsen)
Verweildauer empfohlener MitarbeiterIm Schnitt 2× länger als über Jobbörsen gefundene
Warum es funktioniertMitarbeiter empfehlen nur Leute, mit denen sie arbeiten wollen

Einarbeitung: Die ersten 30 Tage entscheiden

Warum die meisten Mitarbeiter in der Probezeit gehen

In der Gastronomie enden 30–40 % der Arbeitsverhältnisse innerhalb der ersten 90 Tage. Nicht weil die Mitarbeiter schlecht sind — sondern weil die Einarbeitung fehlt.

WocheWas passieren sollteWas oft passiert
Woche 1Betrieb kennenlernen, Abläufe verstehen, Mentor zugewiesen„Hier ist die Schürze, da ist die Küche, fang an”
Woche 2Eigenständig arbeiten mit Rückfragen, erstes FeedbackAllein gelassen, Fehler werden kommentiert
Woche 3Routine entwickeln, Verantwortung für einen BereichImmer noch keine klare Aufgabenverteilung
Woche 4Feedbackgespräch: Was läuft gut? Was nicht? Wie geht es weiter?Kein Gespräch. Mitarbeiter fragt sich, ob er bleiben soll

Das Buddy-System

Weisen Sie jedem neuen Mitarbeiter einen erfahrenen Kollegen als Buddy zu — nicht den Chef, nicht den Abteilungsleiter, sondern jemanden auf Augenhöhe. Der Buddy beantwortet die kleinen Fragen, die man dem Chef nicht stellen will: „Wo ist das Olivenöl?”, „Wie läuft das mit dem Trinkgeld?”, „Darf ich mir einen Kaffee machen?”

Kosten: Keine. Wirkung: Die Abbruchquote in der Probezeit sinkt um 25–30 %.

Personalkosten im Griff: Nicht sparen — steuern

Richtwerte nach Betriebsart

BetriebsartPersonalkosten (% vom Nettoumsatz)Typische Teamgröße (30 Plätze)
Restaurant mit Service30–38 %6–10 Mitarbeiter
Imbiss/Takeaway15–22 %2–4 Mitarbeiter
Café28–35 %3–6 Mitarbeiter
Catering30–40 %Projektabhängig
Bar/Kneipe25–35 %3–6 Mitarbeiter

Wo Personalkosten wirklich entstehen

Nicht im Gehalt allein. Die Arbeitgeberkosten liegen bei etwa 120–125 % des Bruttolohns:

PositionBeispiel: Koch, 2.800 € brutto
Bruttogehalt2.800 €
AG-Anteil Sozialversicherung (~20 %)560 €
Berufsgenossenschaft (~1,5 %)42 €
Umlageverfahren (U1, U2, Insolvenzgeld)~50 €
Betriebliche Altersvorsorge (AG-Zuschuss 15 %)Abhängig vom AN-Beitrag
Gesamtkosten Arbeitgeber~3.450 €/Monat

Plus versteckte Kosten: Lohnfortzahlung im Krankheitsfall (durchschnittlich 15 Krankheitstage/Jahr in der Gastro), Urlaubsanspruch (24–30 Tage, in denen Ersatz nötig ist), Überstundenzuschläge. Eine vollständige Aufschlüsselung aller Lohnnebenkosten und versteckten Kosten finden Sie im Ratgeber zu Personalkosten in der Gastronomie.

Dienstplan-Optimierung: Der größte Hebel

Die meisten Gastro-Betriebe sind entweder über- oder unterbesetzt — selten genau richtig. Der Dienstplan ist der größte Hebel für Personalkosten.

UhrzeitMo–MiDo–FrSaSo
11–14 Uhr2 Küche, 1 Service2 Küche, 2 Service3 Küche, 3 Service3 Küche, 3 Service
14–17 Uhr1 Küche, 0 Service1 Küche, 1 Service1 Küche, 1 Service2 Küche, 2 Service
17–22 Uhr2 Küche, 2 Service3 Küche, 3 Service3 Küche, 4 Service2 Küche, 2 Service

Schlüsselkennzahl: Umsatz pro Arbeitsstunde. Wenn Sie in der Nachmittagspause (14–17 Uhr) 2 Servicekräfte haben, aber nur 3 Gäste kommen, verbrennen Sie ~30 € pro Stunde. Hochgerechnet auf einen Monat: 600 €. Auf ein Jahr: 7.200 €.

Rechtliches: Was Sie in Deutschland beachten müssen

ThemaPflichtKonsequenz bei Verstoß
Mindestlohn13,90 €/Stunde (ab 01.01.2026)Bußgeld bis 500.000 €, Nachzahlung
ArbeitszeitgesetzMax. 10 Std/Tag, 48 Std/Woche, 11 Std RuhezeitBußgeld bis 15.000 €, Ordnungswidrigkeit
ArbeitszeiterfassungPflicht seit BAG-Urteil 2022, Details in UmsetzungDokumentationspflicht besteht
Sonn-/FeiertagsarbeitIn der Gastronomie erlaubt, aber mit ErsatzruhetagErsatzruhetag innerhalb von 2 Wochen
SchwarzarbeitJede nicht gemeldete BeschäftigungBis zu 300.000 € Bußgeld, Strafverfahren
Jugendarbeitsschutz (Azubis)Max. 8 Std/Tag, keine Nachtarbeit (22–6 Uhr) für unter 18-JährigeBußgeld, Arbeitsschutz-Kontrolle

Besonderheiten in Österreich und der Schweiz

ThemaÖsterreichSchweiz
MindestlohnKein gesetzlicher Mindestlohn — Kollektivvertrag (ca. 1.800–2.200 € brutto)Kantonal verschieden (Genf: 24,32 CHF/Std, andere Kantone: kein Mindestlohn)
TrinkgeldTeil des Entgelts bei Kollektivvertrag-Berechnung? Nein, separatTrinkgeld ist freiwillig und gehört dem Mitarbeiter
Arbeitszeit40 Std/Woche (Kollektivvertrag Gastronomie)45 Std/Woche (gesetzlich), 42 Std (Gastro-GAV)
Sozialabgaben AG~30 % des Bruttolohns~6,5 % AHV/IV/EO + BVG + UVG

Diese Woche noch umsetzen

  • Berechnen Sie Ihre Fluktuationsrate der letzten 12 Monate: Wie viele Mitarbeiter haben Sie verloren, wie viele neu eingestellt?
  • Prüfen Sie Ihren Dienstplan: Gibt es Zeitfenster, in denen Sie überbesetzt sind? Berechnen Sie den Umsatz pro Arbeitsstunde für jede Schicht
  • Fragen Sie Ihre drei besten Mitarbeiter einzeln: „Was müsste passieren, damit du hier die nächsten zwei Jahre bleibst?” — und hören Sie zu
  • Richten Sie ein Mitarbeiter-Empfehlungsprogramm ein: 300 € Prämie für jede erfolgreiche Einstellung (nach Probezeit)
  • Aktualisieren Sie Ihre Stellenanzeige: Konkrete Arbeitszeiten, echtes Gehalt, Teamgröße — weg mit „leistungsgerechte Vergütung”

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Häufig gestellte Fragen

Was kostet es, einen Mitarbeiter in der Gastronomie zu ersetzen?

Die Gesamtkosten für die Neubesetzung einer Stelle in der Gastronomie liegen zwischen 6.000 und 14.000 € — je nach Position. Darin enthalten: Stellenanzeige (300–1.500 €), Einarbeitungszeit (2–6 Wochen mit reduzierter Produktivität), Fehlerkosten während der Einarbeitung, Mehrbelastung des bestehenden Teams und mögliche Umsatzeinbußen durch schlechteren Service. Bei einer Fluktuationsrate von 67 % in der deutschen Gastronomie summiert sich das schnell auf den größten versteckten Kostenfaktor im Betrieb.

Wie hoch ist die Fluktuationsrate in der deutschen Gastronomie?

Die Fluktuationsrate in der deutschen Gastronomie liegt bei durchschnittlich 67 % — das heißt, zwei von drei Mitarbeitern verlassen den Betrieb innerhalb eines Jahres. Zum Vergleich: Der Branchendurchschnitt über alle Wirtschaftszweige liegt bei etwa 30 %. Die Hauptgründe sind nicht nur das Gehalt: unregelmäßige Arbeitszeiten, fehlende Wertschätzung, keine Aufstiegsperspektive und körperliche Belastung. Betriebe mit strukturierter Einarbeitung und verlässlichen Dienstplänen reduzieren ihre Fluktuation im Schnitt um 20–30 %.

Lohnt sich Employer Branding für kleine Gastro-Betriebe?

Ja — gerade für kleine Betriebe. Employer Branding heißt nicht teure Imagekampagne. Es heißt: sichtbar machen, was gut ist. Ein Instagram-Post aus der Küche, ein Teamfoto auf der Website, ein kurzer Text auf der Stellenanzeige, der ehrlich beschreibt, wie bei Ihnen gearbeitet wird. Kleine Betriebe haben einen Vorteil gegenüber Ketten: Nähe, Flexibilität, direkter Kontakt zum Chef. Diese Stärken müssen nur kommuniziert werden. Kosten: praktisch null. Wirkung: messbar — Betriebe mit authentischem Arbeitgeberprofil erhalten laut DEHOGA-Umfragen bis zu 40 % mehr Bewerbungen.

Wie viel Prozent vom Umsatz sollten Personalkosten in der Gastronomie ausmachen?

Der Richtwert liegt bei 25–35 % des Nettoumsatzes, je nach Betriebsart. Restaurants mit Bedienung liegen typisch bei 30–38 %, Imbisse bei 15–22 %, Catering bei 30–40 %. Wichtiger als die absolute Zahl ist der Trend: Steigt Ihre Personalkostenquote über mehrere Monate, ohne dass der Umsatz mithält, haben Sie ein strukturelles Problem. Die häufigsten Ursachen: zu viele Mitarbeiter in umsatzschwachen Stunden (Dienstplanproblem), hohe Fluktuation (ständige Einarbeitung) oder Überstunden durch Unterbesetzung (Burnout-Spirale).

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