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Catering Kalkulation: Pro-Kopf-Preise, die Aufwand und Gewinn decken

Catering richtig kalkulieren — von der Pro-Kopf-Kalkulation über Personalplanung bis zu den versteckten Kosten, die Caterer regelmäßig vergessen.

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Catering Kalkulation: Pro-Kopf-Preise, die Aufwand und Gewinn decken

„Können Sie uns ein Angebot für 80 Personen machen? Drei Gänge, mit Getränkepauschale, alles inklusive?”

Klingt einfach. Ist es auch — wenn Sie wissen, was „alles inklusive” wirklich kostet. Und genau da liegt das Problem. Catering hat die gleichen Wareneinsätze wie ein Restaurant, aber zusätzliche Kosten, die in keinem Gastro-Lehrbuch stehen: Transport, Auf- und Abbau, Equipment, Personalanreise, Geschirr-Schwund und die Stunden, die Sie in die Angebotserstellung und Abstimmung investieren, ohne einen Cent dafür zu sehen.

Wer diese Kosten nicht kalkuliert, arbeitet am Ende unter Mindestlohn — bei 14-Stunden-Tagen.

Catering vs. Restaurant: Was die Kalkulation anders macht

Planbarkeit vs. Unsicherheit

Der größte Vorteil im Catering ist die Planbarkeit: Sie wissen vorher, wie viele Gäste kommen (meistens). Kein Verderb, kein „der Tisch hat abgesagt”. Aber:

  • Nachproduktion ist unmöglich: Im Restaurant können Sie nachkochen. Im Catering muss alles fertig sein, bevor der erste Gast kommt
  • Vor-Ort-Küche fehlt oft: Sie kochen in Ihrer Küche und transportieren — oder bauen eine Feldküche auf
  • Zeitdruck ist absolut: Das Essen muss um 19:00 Uhr warm auf dem Teller sein. Keine Verzögerung

Die drei Kostenblöcke

KostenblockAnteil am Verkaufspreis
Wareneinsatz (Lebensmittel + Getränke)28–35 %
Personal (Küche + Service + Logistik)30–40 %
Logistik + Equipment + Overhead10–20 %
Gewinn5–15 %

Die Marge im Catering ist enger als in der stationären Gastronomie. Wie sich diese Werte im Vergleich zu anderen Betriebsarten einordnen, zeigt unser Überblick der Wareneinsatz-Richtwerte nach Betriebsart. Wer sich bei einem der drei Blöcke verkalkuliert, arbeitet kostendeckend — bestenfalls.

Kalkulation am Beispiel: 80-Personen-Menü

Wareneinsatz pro Person

GangBeschreibungWE pro Person
Amuse-BoucheLachstatar auf Gurkenscheibe0,90 €
VorspeiseKürbissuppe mit Kürbiskernöl, Brot1,30 €
HauptgangRinderroulade, Rotkohl, Klöße5,80 €
DessertPanna Cotta mit Beeren-Spiegel1,40 €
Brot & Butter (Tisch)Auswahl, Kräuterbutter0,60 €
Wareneinsatz Speisen10,00 €

Getränkepauschale (4 Stunden)

PositionPro Person
Aperitif (Sekt/Orangensaft)0,80 €
Wein (0,5 l pp., Einkauf 4–6 €/Flasche)2,50 €
Wasser (0,5 l Sprudel/Still)0,25 €
Bier (0,3 l)0,60 €
Softdrinks0,40 €
Kaffee + Digestif0,90 €
Getränke gesamt5,45 €

Wareneinsatz gesamt: 15,45 € pro Person

Personalkosten

PositionStundenKosten
Koch/Küchenchef (Vorbereitung + Einsatz)14 h280 €
Küchenhilfe10 h140 €
Servicekraft 18 h128 €
Servicekraft 28 h128 €
Servicekraft 38 h128 €
Servicekraft 4 (bei 80 Personen)8 h128 €
Personal gesamt932 €
Pro Person11,65 €

Faustregel: 1 Servicekraft pro 20 Gäste bei Menü-Service. Bei Buffet reicht 1 pro 30–40.

Logistik und Equipment

PositionKosten
Transport (Kühlfahrzeug, 2× Fahrt)180 €
Geschirr-Miete (80 Gedecke, 3 Gänge)320 €
Tischwäsche, Servietten (Miete)160 €
Kühl-/Wärmeboxen80 €
Reinigung Veranstaltungsort150 €
Auf- und Abbau (2 Personen, 4 h)240 €
Abfallentsorgung40 €
Logistik gesamt
Pro Person

Gesamtkalkulation

PositionPro PersonGesamt (80 Pers.)
Wareneinsatz15,45 €1.236 €
Personal11,65 €932 €
Logistik/Equipment14,63 €1.170 €
Kosten gesamt41,73 €3.338 €
Gewinnaufschlag (15 %)6,26 €501 €
Angebotspreis (netto)47,99 €3.839 €
Angebotspreis (brutto, 19 %)57,11 €4.569 €

Pro-Kopf-Preis auf der Rechnung: 57 € brutto (gerundet). Das klingt nach viel — ist aber das Minimum für ein 3-Gänge-Menü mit Getränkepauschale und Full Service.

Die fünf teuersten Fehler im Catering

1. Angebote ohne Logistikkosten

„Den Transport machen wir nebenbei” — dieser Satz hat mehr Caterer ruiniert als schlechtes Essen. Transport, Auf-/Abbau und Reinigung machen 15–25 % der Gesamtkosten aus. Wer das nicht kalkuliert, schenkt seinen Gewinn her.

2. Personalzeit unterschätzen

Die Veranstaltung dauert 4 Stunden. Ihr Personal ist aber 8–12 Stunden im Einsatz: Vorbereitung, Anfahrt, Aufbau, Service, Abbau, Rückfahrt, Reinigung. Ein „4-Stunden-Event” kostet Sie 8–12 Stunden Personal. Wie Sie Personalkosten in der Gastronomie richtig kalkulieren, ist gerade bei wechselnden Einsatzorten entscheidend.

3. Getränkepauschale zu günstig ansetzen

Deutsche trinken auf Veranstaltungen im Schnitt 1–1,5 Liter pro Person (ohne Wasser). Bei einer offenen Bar steigt das auf 2 Liter. Wer mit 0,5 Liter Wein pro Person kalkuliert, liegt bei Feiern regelmäßig 40–60 % unter dem tatsächlichen Verbrauch.

4. Probekochen nicht einpreisen

Ein bis drei Probetermine mit dem Kunden sind branchenüblich. Jeder kostet: Wareneinsatz (30–100 €), Ihre Arbeitszeit (3–5 Stunden), ggf. Anfahrt. Bei drei Angeboten, die Sie erstellen, aber nur eines gewinnen, verteilen sich die Probetermine auf einen Auftrag.

5. Geschirr-Schwund nicht kalkulieren

Mietgeschirr geht kaputt oder verschwindet. Branchendurchschnitt: 2–5 % pro Einsatz. Bei 80 Gedecken à 3 Gänge (240 Teller) sind 5–12 Teller pro Event normal. Die Ersatzkosten liegen bei 3–8 € pro Teller — das sind 15–96 € pro Veranstaltung.

Angebotsformate: Was Kunden erwarten

Pro-Kopf-Pauschale (All-inclusive)

Vorteil: Einfach für den Kunden. Planbare Einnahmen für Sie.

Risiko: Wenn der Alkoholkonsum höher ist als kalkuliert oder Sonderwünsche auftauchen, geht die Marge verloren.

Tipp: Getränkepauschale immer separat ausweisen und mit einem Höchstverbrauch versehen: „Getränkepauschale für 4 Stunden, max. 1,5 l Wein/Bier pro Person.”

Menü + Getränke nach Verbrauch

Vorteil: Kein Risiko beim Getränkeverbrauch.

Nachteil: Der Kunde weiß vorher nicht, was die Veranstaltung kostet. Das schreckt preissensible Kunden ab.

Buffet vs. Menü

Wenn Sie regelmäßig Bankette in Hotels bedienen, lohnt sich ein Blick auf die Kalkulation in der Hotelgastronomie — dort gelten bei Buffets und Pauschalen eigene Regeln. Für die spezielle Brunch- und Buffet-Kalkulation mit Musterteller-Methode und Schwundberechnung gibt es einen eigenen Leitfaden.

KriteriumBuffetMenü
Wareneinsatz pro Person+10–15 % (Gäste nehmen mehr)Planbar
Personal (Service)Weniger (Gäste bedienen sich)Mehr (Tellerservice)
Personal (Küche)Mehr Vielfalt, aber weniger Timing-StressWeniger Gerichte, aber exaktes Timing
PräsentationBeeindruckend, aber schwer zu kontrollierenKontrolliert, eleganter
Empfohlene GästezahlAb 30 PersonenBis 100 Personen

Diese Woche noch umsetzen

  • Kalkulieren Sie Ihren letzten Catering-Auftrag rückwirkend: Haben Sie alle Kosten erfasst?
  • Erstellen Sie eine Transport-/Logistik-Checkliste mit Zeitaufwand und Kosten pro Position
  • Berechnen Sie Ihren tatsächlichen Stundensatz: Gesamtgewinn ÷ alle investierten Stunden (inkl. Akquise)
  • Prüfen Sie Ihre Getränkepauschale: Wie viel wurde bei den letzten 3 Events wirklich getrunken?
  • Definieren Sie Ihren Mindest-Auftragswert: Unter welchem Betrag lohnt sich ein Einsatz nicht?

KitchenCost berechnet den Wareneinsatz für jedes Catering-Rezept — Mengen hochrechnen, Zutaten kalkulieren, Portionskosten ablesen. So wissen Sie vor dem Angebot, ob der Auftrag sich lohnt. Kostenlos im App Store.

Häufig gestellte Fragen

Wie kalkuliere ich einen Pro-Kopf-Preis für Catering?

Addieren Sie Wareneinsatz pro Person (Vorspeise, Hauptgang, Dessert, Getränke), Personalkosten (Küche + Service, anteilig pro Gast), Logistik (Transport, Auf-/Abbau, Geschirr) und einen Gewinnaufschlag. Ein 3-Gänge-Menü liegt im Wareneinsatz bei 8–15 € pro Kopf. Der Verkaufspreis sollte mindestens Faktor 2,5–3,5 darauf betragen.

Welche Wareneinsatzquote ist im Catering üblich?

28–35 % sind branchenüblich. Fingerfood-Empfänge liegen eher bei 25–30 %, mehrgängige Menüs bei 30–38 %. Der entscheidende Unterschied zur Restaurantgastronomie: Im Catering sind Transport, Equipment und Vor-Ort-Personal erhebliche Zusatzkosten, die den effektiven Wareneinsatz nicht verändern, aber die Gesamtmarge drücken.

Wie plane ich die Portionsmengen für ein Catering?

Pro Person und Gang: Vorspeise 150–200 g, Suppe 200–250 ml, Hauptgang 350–400 g (inkl. Beilagen), Dessert 120–150 g. Bei Buffets rechnen Sie 10–15 % mehr ein (Gäste nehmen mehr, wenn sie sich selbst bedienen). Bei Stehempfängen mit Fingerfood: 12–15 Stück pro Person bei 3 Stunden.

Was sind die häufigsten versteckten Kosten im Catering?

Personalkosten am Veranstaltungsort (An-/Abreise, Auf-/Abbau dauern oft länger als die Veranstaltung selbst), Geschirr-Schwund (2–5 % pro Einsatz bei Mietgeschirr), Rücktransport von Leergut und Abfall, Reinigungskosten nach der Veranstaltung und Probekochen für den Kunden (1–3 Termine, Wareneinsatz 50–200 €).

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