Ratgeber

BWA lesen und verstehen: Was Ihre Betriebswirtschaftliche Auswertung Ihnen wirklich sagt

BWA für Gastronomen erklärt — die 8 wichtigsten Zeilen, typische Warnsignale und wie Sie aus Ihrer monatlichen Auswertung konkrete Entscheidungen ableiten.

BWA GastronomieBetriebswirtschaftliche Auswertung RestaurantControlling GastronomieKennzahlen RestaurantBWA lesen lernenSKR 70 Gastronomie
Auf dieser Seite

BWA lesen und verstehen: Was Ihre Betriebswirtschaftliche Auswertung Ihnen wirklich sagt

Sie bekommen sie jeden Monat. Meistens per E-Mail, manchmal als PDF im DATEV-Portal, manchmal ausgedruckt in einem Ordner, den Ihr Steuerberater beim Quartalsgespräch mitbringt. Zwei, drei Seiten voller Zahlen.

Die BWA. Betriebswirtschaftliche Auswertung. Klingt wichtig. Ist es auch. Und trotzdem können die meisten Gastronomen — egal ob Imbissbetreiber oder Restaurantchef mit 20 Jahren Erfahrung — nur eine Zahl darin ablesen: das Ergebnis ganz unten. Plus oder Minus.

Das ist so, als würden Sie in Ihrem Restaurant nur den Tagesumsatz anschauen, aber nie nachsehen, ob die Küche profitabel arbeitet oder der Service die Hälfte der Marge aufrisst. Sie würden wissen, dass Geld reinkommt — aber nicht, wo es wieder verschwindet.

Was eine BWA eigentlich ist

Die BWA ist ein monatlicher Finanz-Bericht, den Ihr Steuerberater automatisch aus Ihrer Buchhaltung generiert. Sie ist kein amtliches Dokument — das Finanzamt bekommt sie nicht. Sie ist für Sie: Ihr Cockpit-Instrument, Ihr Frühwarnsystem, Ihre Entscheidungsgrundlage.

BWA-Formen in der Gastronomie

BWA-TypWas sie zeigtFür wen
Kurzfristige Erfolgsrechnung (Standard)Umsatz, Kosten, Ergebnis pro MonatJeder Betrieb — Pflichtprogramm
Summen- und Saldenliste (SuSa)Einzelne Konten mit SaldenDetailanalyse (für Steuerberater-Gespräch)
BewegungsbilanzVermögensentwicklung, LiquiditätBetriebe mit Krediten oder Investitionsplänen
Branchenvergleich (optional)Ihre Zahlen vs. BranchenschnittPositionsbestimmung (DATEV bietet das als Zusatzbericht)

Wichtig: Wenn Ihr Steuerberater den Kontenrahmen SKR 70 (Hotel- und Gaststättengewerbe) nutzt, sind Erlöse nach Speisen und Getränken getrennt — und die Auswertung wird deutlich aussagekräftiger. Fragen Sie danach, wenn Sie es nicht sicher wissen.

Die 8 Zeilen, die Sie lesen müssen

Die DATEV-Standard-BWA hat über 80 Zeilen. Sie brauchen 8 davon. Hier sind sie — mit den typischen Werten für ein mittleres Restaurant (60.000 € Monatsumsatz netto):

Die BWA auf einen Blick

ZeilePositionBeispiel-Betrag% vom UmsatzWas sie bedeutet
1Gesamtleistung (Umsatz)60.000 €100 %Alles, was reinkam — Speisen, Getränke, Catering
2Wareneinsatz17.400 €29 %Was Sie für Zutaten und Getränke bezahlt haben
3Rohertrag42.600 €71 %Umsatz minus Wareneinsatz — Ihr Spielraum
4Personalkosten21.000 €35 %Löhne, Gehälter, Sozialabgaben, alles
5Raumkosten6.600 €11 %Pacht/Miete, Nebenkosten, Instandhaltung
6Sonstige Kosten5.400 €9 %Versicherungen, Werbung, Büro, Beratung, Abfall
7Abschreibungen1.800 €3 %Monatlicher Wertverlust Ihrer Einrichtung und Geräte
8Vorläufiges Ergebnis7.800 €13 %Was übrig bleibt — vor Steuern und Tilgung

Was die Zahlen im Kontext bedeuten

Das vorläufige Ergebnis (Zeile 8) sieht mit 13 % gut aus. Aber davon gehen noch ab:

Abzug vom ErgebnisTypischer Betrag
Einkommensteuer + Solidaritätszuschlagca. 1.800–2.500 €/Monat
Gewerbesteuer (je nach Hebesatz)ca. 400–800 €/Monat
Kredit-Tilgung (falls vorhanden)500–2.000 €/Monat
Privatentnahme (Ihr „Gehalt”)3.000–4.500 €/Monat

Von 7.800 € bleiben nach Steuern, Tilgung und Privatentnahme oft 500–1.500 € als echte Rücklage. Das ist die Realität, die viele Gastronomen erst bei der Bilanz erfahren — wenn es zu spät ist, um gegenzusteuern.

Die wichtigsten Kennzahlen — und wann die Ampel auf Rot steht

Wareneinsatzquote

BetriebsartGrün (gesund)Gelb (beobachten)Rot (handeln)
Restaurant (Vollküche)25–30 %30–35 %über 35 %
Imbiss/Schnellrestaurant20–28 %28–32 %über 32 %
Café/Bäckerei22–28 %28–33 %über 33 %
Bar/Getränke-lastig18–25 %25–30 %über 30 %
Catering30–35 %35–40 %über 40 %

Was die BWA zeigt vs. was tatsächlich passiert:

Die Wareneinsatzquote in der BWA basiert auf dem, was Sie eingekauft haben — nicht auf dem, was Sie verbraucht haben. Wenn Sie im März für 20.000 € einkaufen, aber nur 16.000 € davon verarbeiten, zeigt die BWA trotzdem 20.000 € Wareneinsatz. Erst mit einer monatlichen Inventur korrigieren Sie das.

Personalkostenquote

BetriebsartGrünGelbRot
Restaurant (mit Service)30–35 %35–40 %über 40 %
Imbiss/Schnellrestaurant20–28 %28–33 %über 33 %
Café28–33 %33–38 %über 38 %
Catering35–40 %40–45 %über 45 %
Bar20–25 %25–30 %über 30 %

Achtung seit 2026: Mit dem neuen Mindestlohn von 13,90 € verschieben sich diese Richtwerte. Wenn Ihre Personalkostenquote bei 34 % liegt und der Mindestlohn für 8 % Lohnerhöhung sorgt, landen Sie bei 36,7 %. Das muss nicht schlimm sein — aber Sie sollten es sehen, bevor es Ihr Ergebnis auffrisst.

Prime Cost: Die Kennzahl, die alles zusammenfasst

KennzahlBerechnungZielwert
Prime CostWareneinsatz + Personalkosten60–65 % vom Umsatz

Das ist die eine Zahl, die Ihre Profitabilität am besten zusammenfasst. Wenn Wareneinsatz (29 %) und Personalkosten (35 %) zusammen 64 % ausmachen, bleiben 36 % für alles andere: Miete, Energie, Versicherung, Abschreibung — und Gewinn.

Prime CostBeurteilungWas es bedeutet
unter 60 %Sehr gutSpielraum für Investitionen und Rücklagen
60–65 %GesundBranchenüblich, tragfähig
65–70 %GrenzwertigWenig Spielraum für Unvorhergesehenes
über 70 %KritischBetrieb ist nicht langfristig tragfähig

Häufige Warnsignale in der BWA

Signal 1: Wareneinsatz schwankt stark

MonatWareneinsatzquoteVeränderung zum Vormonat
Januar28 %
Februar27 %−1 PP
März33 %+6 PP ⚠️
April31 %−2 PP

Ein Sprung von 5+ Prozentpunkten in einem Monat ist ein Alarmsignal. Mögliche Ursachen:

  • Einkauf ohne Inventur: Großbestellung verzerrt den Monat
  • Preiserhöhung beim Lieferanten: Automatisch weitergereicht, aber nicht in der Kalkulation angepasst
  • Schwund: Verderb, Überproduktion, fehlerhafte Portionierung
  • Saisoneffekt: Teurere Zutaten im Winter, Spargel im Frühjahr

Lösung: Monatliche Inventur durchführen. Dann zeigt die BWA den echten Verbrauch, nicht nur den Einkauf.

Signal 2: Umsatz steigt, Ergebnis sinkt

MonatUmsatzErgebnisErgebnis-Marge
Q155.000 €7.500 €13,6 %
Q262.000 €7.200 €11,6 %
Q368.000 €6.800 €10,0 %

Mehr Umsatz, weniger Gewinn — das klassische Wachstums-Paradox. Ursachen:

  • Mehr Umsatz durch Rabatte oder Angebote (Marge schrumpft)
  • Mehr Umsatz durch Liefer-Plattformen (Provisionen von 25–30 %)
  • Mehr Umsatz erfordert mehr Personal (Personalkostenquote steigt überproportional)
  • Höherer Umsatz durch günstige Gerichte (Mischkalkulation kippt)

Signal 3: Raumkosten über 12 %

Wenn Ihre Pacht oder Miete über 10–12 % des Umsatzes liegt, haben Sie ein strukturelles Problem. Pacht lässt sich nicht monatlich optimieren — sie ist ein Fixkostenblock, den Sie nur bei Vertragserneuerung ändern können. Aber Sie können prüfen, ob Ihre Fläche optimal genutzt wird: Gibt es Zeiten, in denen das Restaurant halb leer ist? Können Sie Nebenräume untervermieten oder für Catering nutzen?

Signal 4: Sonstige Kosten wachsen leise

Die Position „Sonstige betriebliche Aufwendungen” ist der Sammelposten. Hier verstecken sich:

KostenartTypische BandbreiteWo es schleichend steigt
Versicherungen300–800 €/MonatJährliche Beitragsanpassung
Werbung/Marketing200–1.500 €/MonatOnline-Werbung ohne ROI-Kontrolle
Reparaturen200–1.000 €/MonatAlternde Geräte
Energiekosten1.000–3.000 €/MonatSteigende Tarife ohne Anbieterwechsel
Beratung/Steuerberater300–800 €/MonatSteigender Aufwand ohne Überprüfung
Büro/Telekommunikation100–400 €/MonatVergessene Abos, alte Verträge

Wenn die Position „Sonstige Kosten” ohne erkennbaren Grund von 8 % auf 11 % steigt, schauen Sie in die SuSa (Summen- und Saldenliste) — dort sehen Sie die Einzelkonten.

BWA monatlich richtig lesen: Der 10-Minuten-Check

Sie brauchen kein BWL-Studium. Sie brauchen 10 Minuten und diese Checkliste:

Schritt 1: Vergleich zum Vormonat (2 Minuten)

VergleichFrage
Umsatz vs. VormonatMehr oder weniger? Warum? (Saison, Wetter, Events?)
Wareneinsatzquote vs. VormonatStabil oder gestiegen?
Personalkosten vs. VormonatMehr Stunden gearbeitet? Neue Mitarbeiter?
Ergebnis vs. VormonatMehr oder weniger? Passt es zum Umsatz?

Schritt 2: Vergleich zum Vorjahresmonat (2 Minuten)

VergleichFrage
Umsatz aktuell vs. VorjahrWachsen Sie oder stagnieren Sie?
Wareneinsatzquote aktuell vs. VorjahrPreissteigerungen aufgefangen?
Personalkosten aktuell vs. VorjahrMindestlohn-Effekt sichtbar?

Schritt 3: Prime Cost berechnen (1 Minute)

Wareneinsatz + Personalkosten = Prime Cost. Liegt der Wert über 65 %? Dann handeln.

Schritt 4: Ergebnis einordnen (2 Minuten)

Ihr Ergebnis (% vom Umsatz)Einordnung
über 15 %Stark — Rücklagen bilden, investieren
10–15 %Gesund — Kurs halten
5–10 %Aufpassen — ein schlechter Monat reicht, um bei 0 zu landen
0–5 %Alarmierend — Kosten senken oder Preise erhöhen
unter 0 %Verlust — sofortige Analyse nötig

Schritt 5: Drei Fragen für das Steuerberater-Gespräch notieren (3 Minuten)

Schreiben Sie drei Fragen auf, die sich aus dem Check ergeben. Zum Beispiel:

  • „Warum ist der Wareneinsatz im März so hoch?”
  • „Welche Einzelposten stecken in den sonstigen Kosten?”
  • „Wie sieht die Liquiditätsvorschau für das nächste Quartal aus?”

Diese Fragen nehmen Sie ins nächste Gespräch mit. Ein guter Steuerberater beantwortet sie in 15 Minuten — und Sie gehen mit konkreten Handlungsoptionen raus.

Was Ihre BWA nicht zeigt — und wie Sie die Lücken schließen

Die BWA hat blinde Flecken. Die wichtigsten:

Blinder FleckWas fehltWie Sie es ergänzen
Wareneinsatz pro GerichtBWA zeigt nur den Gesamt-WareneinsatzRezeptkalkulation pro Gericht mit KitchenCost
Deckungsbeitrag pro GerichtWelches Gericht verdient Geld, welches nicht?Deckungsbeitragsrechnung
Liquidität in EchtzeitBWA zeigt den letzten Monat, nicht den heutigen KontostandWöchentlicher Kassencheck + Kontoabgleich
Umsatzstruktur (Speisen vs. Getränke)Nur bei SKR 70 getrenntKasse muss Speisen und Getränke getrennt buchen
Monatlicher realer VerbrauchBWA zeigt Einkauf, nicht VerbrauchMonatliche Inventur

Die BWA zeigt Ihnen, wo es brennt. Aber warum es brennt, sehen Sie erst, wenn Sie die Daten mit einer Rezeptkalkulation und einer Inventur verbinden. Wer die BWA als Ausgangspunkt nutzt und daraus ein systematisches Gastronomie-Controlling mit monatlichen Kennzahlen aufbaut, erkennt Probleme, bevor sie das Ergebnis auffressen.

Den Steuerberater richtig nutzen

Viele Gastronomen zahlen 300–800 € pro Monat für die Buchhaltung — und bekommen dafür eine BWA, die sie nicht lesen. Das ist, als hätten Sie ein Navigationssystem im Auto, aber fahren trotzdem nach Gefühl.

Was Sie von Ihrem Steuerberater verlangen sollten

LeistungWas es bringtOb es extra kostet
BWA bis zum 15. des FolgemonatsZeitnahe Daten statt veralteter ZahlenMeist im Standardvertrag enthalten
SKR 70 KontenrahmenBranchenspezifische Auswertung (Speisen/Getränke getrennt)Umstellung einmalig 1–2 Stunden
Quartals-Besprechung (30 Min.)Zahlen erklären, Trends erkennen, HandlungsempfehlungenOft im Vertrag, sonst ~100 €/Termin
Unterjährige SteuervorschauWissen, ob Nachzahlung droht100–200 € extra pro Quartal
Betriebsvergleich (DATEV)Eigene Zahlen vs. Branchenschnitt50–100 € pro Analyse

Praxistipp: Bitten Sie Ihren Steuerberater um eine BWA mit Vorjahresvergleich. Die meisten DATEV-Kanzleien können das auf Knopfdruck — es wird nur selten aktiv angeboten.

Von der BWA zur Entscheidung: Drei Praxisbeispiele

Beispiel 1: Wareneinsatz zu hoch

BWA zeigt: Wareneinsatzquote bei 34 % (Ziel: 28 %)

Handlungsschritte:

  1. Inventur durchführen — stimmt der BWA-Wert überhaupt?
  2. Top-10-Zutaten nach Einkaufsvolumen identifizieren → Lieferantenvergleich
  3. Rezeptkalkulation für die 10 meistverkauften Gerichte prüfen
  4. Schwundquote messen: Wie viel wird weggeworfen?
  5. Portionsgrößen prüfen: Wird nach Rezept portioniert?

Erwartetes Ergebnis: 3–5 Prozentpunkte Verbesserung innerhalb von 8 Wochen.

Beispiel 2: Personalkosten zu hoch

BWA zeigt: Personalkostenquote bei 39 % (Ziel: 33 %)

Handlungsschritte:

  1. Dienstplan analysieren: Gibt es Überstunden, die vermeidbar wären?
  2. Umsatz pro Mitarbeiterstunde berechnen (Umsatz ÷ geleistete Stunden) — Ziel: mindestens 45–55 €
  3. Schwache Tage/Zeiten identifizieren: Montag, Dienstag, Nachmittags-Lücke — brauchen Sie da wirklich voll besetzt sein?
  4. Digitalisierung prüfen: Bestellterminals, digitale Reservierung
  5. Minijobber klug einsetzen für Spitzenzeiten statt Vollzeitkräfte in Leerlaufzeiten

Beispiel 3: Gewinn ist da, aber das Konto ist leer

BWA zeigt: Ergebnis 8 % (= 4.800 € bei 60.000 € Umsatz)

Problem: Am 25. des Monats ist nichts mehr auf dem Konto.

Mögliche Ursachen (aus der SuSa ablesbar):

  • Hohe Investitionen (neues Gerät gekauft, in der BWA als Abschreibung über Jahre verteilt, aber Cash sofort weg)
  • Steuer-Nachzahlung aus dem Vorjahr
  • Privatentnahmen über dem Gewinn
  • Lange Zahlungsziele bei Lieferanten nicht genutzt — oder Kunden zahlen zu spät (Catering auf Rechnung)

Lösung: Liquiditätsplan erstellen, getrennt von der BWA. Die BWA zeigt Gewinn oder Verlust — nicht ob das Geld tatsächlich auf dem Konto ist.

Diese Woche noch umsetzen

  • Öffnen Sie Ihre letzte BWA — finden Sie die 8 Zeilen aus der Tabelle oben
  • Rechnen Sie Ihre Prime Cost aus: Wareneinsatz + Personalkosten — liegt sie unter 65 %?
  • Vergleichen Sie: Wareneinsatzquote dieses Jahr vs. Vorjahresmonat — gibt es eine Verschlechterung?
  • Fragen Sie Ihren Steuerberater, ob er den SKR 70 (Gastro-Kontenrahmen) nutzt — wenn nicht, bitten Sie um die Umstellung
  • Notieren Sie drei Fragen für das nächste Steuerberater-Gespräch — schreiben Sie sie jetzt auf, solange die Zahlen frisch sind

KitchenCost berechnet den Wareneinsatz pro Rezept — Zutat für Zutat. Das ist die Information, die Ihre BWA nicht liefert: nicht nur wie hoch der Wareneinsatz ist, sondern welches Gericht ihn verursacht. Kostenlos im App Store.

Häufig gestellte Fragen

Was ist eine BWA und warum ist sie für Gastronomen wichtig?

Die Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) ist ein monatlicher Bericht, den Ihr Steuerberater aus der Buchhaltung erstellt. Sie zeigt auf einer Seite, ob Ihr Betrieb Gewinn oder Verlust macht — und wo das Geld hingeht. Für die Gastronomie gibt es den speziellen Kontenrahmen SKR 70, der Erlöse nach Speisen und Getränken trennt und branchentypische Kostengruppen abbildet. Die Standardform ist die BWA nach DATEV-Schema (kurzfristige Erfolgsrechnung), ergänzt um eine Summen- und Saldenliste (SuSa). Die BWA kostet nichts extra — sie ist Teil der laufenden Buchhaltung.

Welche BWA-Kennzahlen sind für ein Restaurant am wichtigsten?

Die drei kritischen Kennzahlen in der Gastro-BWA: 1) Wareneinsatzquote (Zeile Wareneinsatz ÷ Gesamtumsatz) — sollte je nach Betriebsart zwischen 25–35 % liegen. 2) Personalkostenquote (Löhne + Sozialabgaben ÷ Gesamtumsatz) — Richtwert 30–38 %. 3) Vorläufiges Ergebnis (Zeile 80 im DATEV-Schema) — das ist Ihr Betriebsgewinn vor Steuern. Liegt er unter 5 % vom Umsatz, wird es eng. Wichtig: Diese drei Kennzahlen zusammen machen 60–75 % Ihrer Kosten aus. Wer sie kennt, kennt seinen Betrieb.

Wie oft sollte ich als Gastronom meine BWA anschauen?

Monatlich — spätestens 4 Wochen nach Monatsende. Idealerweise besprechen Sie die BWA quartalsweise mit Ihrem Steuerberater (30–60 Minuten reichen). Die meisten Gastronomen schauen erst im Jahresabschluss auf die Zahlen. Dann sind die Probleme aber 12 Monate alt und kaum noch korrigierbar. Praxisbeispiel: Ein Wareneinsatz, der im März von 28 % auf 33 % springt, zeigt sofort ein Problem — steigende Einkaufspreise, Schwund oder Portionsfehler. Im Dezember erfahren Sie nur noch, dass das ganze Jahr schlecht lief.

Was ist der Unterschied zwischen BWA und Bilanz?

Die BWA ist ein monatlicher Schnappschuss Ihrer Gewinn-und-Verlust-Situation — wie viel Umsatz kam rein, wie viel Kosten gingen raus, was bleibt übrig. Sie ist schnell und pragmatisch. Die Bilanz ist der offizielle Jahresabschluss mit Vermögenswerten, Schulden und Eigenkapital — sie wird einmal im Jahr erstellt und ist die Grundlage für das Finanzamt. Für den täglichen Betrieb brauchen Sie die BWA, nicht die Bilanz. Die Bilanz ist für Banken und Finanzamt.

Jetzt kostenlos Rezeptkosten berechnen

Zutatenpreise eingeben und sofort Rezeptkosten, Marge und Verkaufspreis erhalten.